Grindel Multiplexkino
     
Home Information Geschichte des Rundkinos
Geschichte des RUNDKINOs

Das Rundkino auf der Prager Straße wurde im Jahre 1972 als erster Filmtheaterneubau in Dresden nach dem zweiten Weltkrieg eröffnet. Das markante Gebäude mit seinem kreisrunden Grundriss von exakt 50,00 Meter Durchmesser setzt dabei nicht nur einen Akzent in der ansonsten durch kubische Bauten dominierten Prager Straße, sondern stellt mit seiner klar gegliederten, an die UFO-Ästhetik der 60er Jahre erinnernden Bauweise eines der architektonisch anspruchsvollsten Bauwerke der Dresdner Nachkriegsmoderne dar. Es geht auf einen Entwurf von Manfred Fasold und Winfried Sziegoleit zurück, der bei einem Wettbewerb zur Gestaltung des Areals auf der Prager Straße den zweiten Platz belegte. Ausführender Architekt war Gerhard Landgraf, die Innenraumgestaltung lag in den Händen von Theo Wagenführ, beides Architekten, die an vielen Stellen Dresdens ihre Handschrift hinterlassen haben.

Geplant war das Haus nicht als einfaches Filmtheater, sondern als DAS große Premierentheater des Bezirks Dresden mit Strahlkraft weit darüber hinaus. Dies drückt sich auch in der ausufernden Gestaltung und Einrichtung des Hauses aus: Die Auflösung des Erdgeschosses in eine rundumlaufende Glasfassade mit Stützen aus poliertem schwarzem Naturstein, die optisch verschwinden, sollte explizit einen schwebenden Eindruck hervorrufen. Auf die Fassade des vorkragenden Obergeschosses zaubern ornamentale Stahlrahmen einen raffinierten optischen Effekt. Der zurücktretende, den Saal beherbergende Hauptzylinder wird von vertikalen, weiß emaillierten Aluminiumlamellen betont, die auf eine faszinierende nächtliche Ästhetik zielen. Edelstahl ummantelte Säulen, bulgarischer Sandstein und feine Holzvertäfelungen im Inneren, eine für eineinhalb Vorstellungen ausgelegte Garderobe im Erdgeschoss, die sehr geschickte Lenkung der Besucherströme sowie der große, 1017 Plätze fassende Saal mit tief gewölbter Riesen-Leinwand und einer 638 Lampen umfassenden ausgeklügelten Deckenkonstruktion unterstreichen, das man hier neu erlangtes Selbstbewusstsein demonstrieren wollte. Ausgestattet mit modernster Kinotechnik, die insbesondere das Abspielen von 70mm Großformatfilmen ermöglichte, betrat man auch hier Neuland. Ein zweiter Saal mit knapp 140 Sitzplätzen wurde als Reprisentheater und für den Amateur- Kunst- sowie Jugendfilm genutzt. Das Haus war darüberhinaus Sitz der Bezirksfilmdirektion Dresden und diverser Filmclubs.

Eine Besonderheit an dem großen Kinosaal war und ist die Tatsache, dass sich dieser mit seiner Bühne, einer vielseitigen Beleuchtungsanlage und einem Tonstudio auch für die Durchführung von Großveranstaltungen eignet. So wurde in ihm neben dem regulären Filmbetrieb, für den der Kartenverkauf teilweise wie im Theater über Abonnements geregelt war, und den zahlreichen Filmpremieren auch die Personalausweisübergabe, die Jugendweihe, Schlagerveranstaltungen, Konzerte bis hin zu Veranstaltungen des Dixielandfestivals durchgeführt. In den 80er Jahren wurde der große Saal als eine der wenigen Kinos der DDR mit einer Dolby Stereo Anlage ausgestattet, so dass ausgewählte Produktionen des „kapitalistischen Auslandes“ in entsprechender Klangqualität vorgeführt werden konnten – für eine Mark Preisaufschlag.

Nach der Wende ging das Gebäude in das Eigentum der damals größten Kinokette Deutschlands, der UFA Theater AG, über. 1992 wurden im Keller fünf kleinere Kinosäle eröffnet, die eine vielfältigere Spielplangestaltung erlaubten wobei der Schwerpunkt auf massenwirksamen Hollywood-Produktionen lag und die bis dato in dem Haus etablierte Filmkunst aus diesem verdrängt wurde. Mitte der 90er Jahre gelangte das Rundkino aufgrund bedauerlicher städteplanerischer Fehlleistungen in eine hinterhofartige Situation, als es durch einen L-förmigen Riegel auf seiner West- und Nordseite umbaut und damit seiner imposanten Raumwirkung beraubt wurde.

Da es bis zur Eröffnung der Großkinos im Elbepark und am Waldschlößchen in Dresden keine Abspielstätten für Block-Buster gab, mauserte sich das Rundkino in dieser Zeit dennoch zu einem der am besten ausgelasteten Kinos Deutschlands. Auch wurde der große Saal weiterhin multifunktional genutzt. Als Erweiterung des Rundkinos eröffnete 1998 der benachbarte Kristallpalast. Im gleichen Jahr erfolgte eine umfangreiche Sanierung des Hauses, der große Saal wurde technisch modernisiert und erhielt eine neue rote Wandbespannung. Diese wirkt vielleicht mit der neuen Bestuhlung, die nunmehr 898 Plätze umfasst, noch gelungener als die ursprüngliche aus akustischen Gründen verwendete ockerfarbene perforierte Folie, die ein wenig an den Himmel von Autodächern erinnerte. Gleichzeitig zog in die ehemalige Studiobühne das Puppentheater der Stadt Dresden ein, das sich schnell großer Beliebtheit erfreute und das kulturelle Angebot des Hauses abrundete. Ein gastronomisches Angebot wurde durch die Einrichtung eines Pizza-Hut im südlichen Teil des Foyers geschaffen.
Stark zurückgehende Zuschauerzahlen zu Beginn des neuen Jahrtausends, auch durch die zusätzliche Genehmigung weiterer Großkinos in Dresden, und die Hochwasserkatastrophe 2002, in deren Folge die Kinos im Keller sowie die gesamte Haustechnik zerstört wurden, führten 2002 zur Schließung des Hauses und später zur Insolvenz von Betreiber und Eigentümer.

Eine Bürgerinitiative bemühte sich in den Jahren 2003 bis 2007 mit der Durchführung von Multimedia- und Filmveranstaltungen, Führungen und Veröffentlichungen, das Gebäude und dessen Potenziale immer wieder in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Auch das Puppentheater und das Restaurant konnten in dieser Zeit glücklicherweise weiterbetrieben werden, so dass das Haus nicht vollkommen verwaiste. Anfang 2007 wurde das Rundkino aus der Insolvenzmasse der UFA Theater AG an die TETRIS Grundbesitz GmbH & Co. KG aus Reichenschwand bei Nürnberg verkauft, die auch Besitzer des das Rundkino umschließenden Wöhrl-Plaza-Komplexes ist. Im März 2007 wurde der Spielbetrieb im großen Kinosaal durch die die Fantasia Film GmbH & Co. Verleih KG aus Nürnberg und dem Label Cinemagnum mit 3D-Produktionen wieder aufgenommen.

Quelle: rundkino dresden e.V.
Noch detailliertere Informationen finden sich unter www.rundkino-dresden.de 

 

 

screenshot_reservierung

Programm / Reservierung
Reservieren oder kaufen Sie Ihre Karten online.

Newsletter abonnieren

Programminfos und Events. Immer informiert sein mit den neuen RUNDKINO-Newslettern!

Name:

E-Mail:

Allgemeiner Newsletter
Klassik im Kino
Ü50
Ladies & Friends

Geschenkideen

geschenkideen